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.Rilke Biographie
Kurzbiographie

Kindheit in Prag

1875 Geburt in Prag
René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke wird am 4. Dezember als Sohn von Josef (1838 – 1906) und Sophie (1851 – 1931) Rilke in Prag geboren. Der Vater ist bäuerlicher Herkunft und arbeitet als Beamter bei der Prager Eisenbahngesellschaft. Seine Mutter stammt als Tochter eines Fabrikanten und Kaiserlichen Rats von einer angesehen Prager Familie ab.
Rilke kommt als siebenmonatige Frühgeburt zur Welt, seine ein Jahr davor geborene Schwester war nach wenigen Wochen verstorben.

Die Ehe der Eltern ist nicht glücklich, die Mutter sieht sich vom Leben enttäuscht, was sie in einem ritualhaften Religionswahn auszugleichen sucht.

1882 Volksschule in Prag
Bis zu Schulbeginn wird Rilke von seiner Mutter nicht nur als Mädchen erzogen, sondern auch so gekleidet. Sie hält ihn von Altersgenossen fern, bezieht ihn in ihre extreme Religiosität ein, konzentriert ihre ganze Liebe auf ihn.
Er kommt auf eine von Piaristen geleitete Volksschule in Prag. Seine Leistungen in den vier Jahren auf der katholischen Klosterschule sind durchwegs gut, obwohl er ein recht kränkliches Kind ist.

1884 Trennung der Eltern
Die Mutter fühlt sich nicht standesgemäß ver- heiratet und lässt sich scheiden. Mit ihrem Sohn bezieht sie eine eigene Wohnung in Prag.

Weitere Schul- und Studienzeit 1886 - 1896

1886 Militärschule in Österreich
Eintritt in die Militärunterrealschule in St. Pölten auf Wunsch des Vaters, der selbst eine gescheiterte Militärlaufbahn hinter sich hat. Der raue Umgangston, die körperlichen Anforderungen und die bisher fremden Sitten unter Gleichaltrigen verlangen nach Anpassung, was ihm vordergründig auch gelingt.
Rilke selbst bezeichnet die Zeit dort als seine schlimmste Zeit überhaupt, was sich deutlich auf seine ohnehin angeschlagene Gesundheit auswirkt.
1890 Versetzung an Militäroberschule
Seine Leistungen in den geisteswissenschaftlichen Fächern sind auch nach Abschluss der Militärunterschule gut, sein Gesundheitszu- stand verschlechtert sich aber bald nach seiner Versetzung an die Militäroberrealschule nach Mährisch-Weißkirchen dramatisch.
1891 Abbruch der militärischen Laufbahn
Er bricht die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen ab. Nach seiner Genesung besucht er, auf Wunsch seiner Eltern, ab Herbst die Handelsschule in Linz und beginnt dort eine dreijährige Ausbildung, die er schon im nächsten Jahr abbricht.
In diesem Jahr wird sein erstes Gedicht in einer Zeitung veröffentlicht und er verschreibt sich immer mehr der Dichtkunst.

1892 Rückkehr nach Prag
Rilke kehrt heim nach Prag, wo er dank finanziellen Unterstützung eines Onkels Privatunter- richt erhält, um sein Abitur nachholen zu können.
Er erweist sich als fleißiger Schüler und schreibt ebenso eifrig Gedichte.

1894 Erste Buchveröffentlichung
Sein erster Gedichtband, Leben und Lieder, wird veröffentlicht.
1895 Inskription an der Universität Prag
Rilke besteht die Reifeprüfung mit Auszeichnung und schreibt sich noch im selben Jahr an der Universität in Prag ein. Neben Kunstgeschichte, Literturgeschichte und Philosophie belegt er auf Drängen seiner Eltern auch ein Semester Jura.
Sein Gedichtband „Larenopfer“ erscheint.
1896 Umzug nach München
Um Philosophie zu studieren, geht er nach München. Die Weltstadt gilt damals als Zentrum der Intellektuellen und Künstler.

Die Jahre eines Getriebenen 1896 – 192
1

1896/99 München und Lou Andreas- Salomé
In München lernt er im Mai 1897 Lou Andreas- Salomé kennen, die Tochter eines Generals in russischem Dienst und seiner Frau, die von einer wohlhabenden deutsch-dänischen Familie abstammt.
Die hochintelligente und zudem ausnehmend attraktive Lou, die in St. Petersburg aufgewachsen ist und in Zürich Philosophie, Theologie, Vergleichende Religionswissenschaften und Kunstgeschichte studiert hat, hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits durch mehrere eigene Publikationen in der intellektuellen Welt Europas etabliert.
Als Verfasserin der ersten Nietzsche-Biographie sowie autobiographischer Romane, etlicher Aufsätze und Rezensionen war ihr Bekanntsheitsgrad in der Kulturwelt groß, wohl aber auch aufgrund ihrer zahlreichen Lieb- schaften mit namhaften Zeitgenossen.
Der selbstbewussten Schönen lag die Männerwelt in Scharen zu Füßen, auch ihr Ehemann, der Orientalist Friedrich Carl Andreas, war ihr regelrecht verfallen.
So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch Rilke, der seinerseits die Frauen zeitlebens mit seinem Charme betörte, sich sofort in sie verliebt.

Der Ehemann duldet auch diese Affäre stumm. Lou vermittelt ihm zahlreiche neue Kontakte mit einflussreichen Freunden der Kunst- und Kulturwelt, bringt ihm Nietzsches Gedankengut näher und fördert sein Talent in mütterlicher Freundschaft.
Unter ihrem Einfluss ändert er seinen Vornamen von René in Rainer, weil es männlicher anmutet, und bemüht sich um ein solideres Schriftbild.
Nach gemeinsamen vier Jahren trennen sich Rilke und Lou, da sie sich auch nicht für ihn von ihrem Ehemann trennt. Es folgen zwar noch zahlreiche andere Frauen, aber ganz verwunden hat er Lou wohl nie.
Zwei weitere Bücher Rilkes werden veröffentlicht:
1896 Traumgekrönt
1897 Advent

1899 – 1900 Reisen nach Russland
Rilkes bereist gemeinsam mit dem Ehepaar Andreas-Salomé zum ersten Mal Russland.
Eine zweite Reise führt ihn ein Jahr später alleine mit Lou in deren Heimat.
Rilke ist fasziniert vom Land und seinen Menschen, die politischen Verhältnisse und gesellschaftlichen Missstände aber interessieren ihn weder dort noch anderswo.
Sein Interesse gilt alleine der Kunst- und natürlich den Frauen und der Liebe.
„Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ entsteht in dieser Zeit, sowie Gedichte für „Das Stundenbuch“.

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1900 – 1901 Heirat und Worpswede
Zurück in Deutschland schließt sich Rilke der Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen an, wo er auch seine spätere Frau, die Bildhauerin Clara Westhoff, kennen lernt. 
Auch in dieser Zeit wechselt Rilke häufig seinen Wohnsitz, lebt abwechselnd in Berlin-Schmargendorf, Worpswede, München, Bremen und unternimmt etliche Reisen.

 

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Nach seiner Heirat mit Clara Westhoff am 28. April 1901 wird am 12. Dezember des Jahres seine Tochter Ruth geboren. 
Im Juni des Jahres zieht das Ehepaar nach Westerwede, wo Rilke bis August des Folgejahres lebt, abermals unterbrochen von einem kurzen Aufenthalt auf Schloss Haseldorf im Herbst.
Die Eheleute verzichten bald auf ein gemeinsames Familienleben zugunsten ihrer künstlerischen Ambitionen. Sie bleiben aber Freunde, wohnen sogar noch zeitweilig zusammen und unternehmen noch mehrere gemeinsame Reisen.
Seine Eindrücke der Künstlerkolonie schreibt Rilke in der Monographie „Worpswede“ nieder.

1902 – 1907 Die Bekanntschaft mit Auguste Rodin
Rilke geht für eine Auftragsarbeit nach Paris: eine Monographie über den Bildhauer Auguste Rodin, der auch der Lehrer seiner Frau Clara Westhoff war.
Rodin übt großen Einfluss auf Rilke aus, er nimmt sich seiner an und führt ihn in das Pariser Leben ein. Er trägt wesentlich zu Rilkes neuem Kunstverständnis bei und erklärt ihm die Arbeit als das höchste Gut im Leben eines Menschen. Kurze Zeit beschäftigt er Rilke als Sekretär, aber die ebenso ausgeprägten wie auch unterschiedlichen Charaktere der beiden führen zum Zerwürfnis im Jahre 1906. Die Aussöhnung erfolgt ein Jahr später, bis sich beide erneut zerstreiten und schließlich endgültig getrennte Wege gehen.

1907 –
14 Paris bleibt Lebensmittelpunkt
Bis Kriegsbeginn bleibt Paris sein Lebensmittelpunkt, aber er wird nirgendwo richtig sesshaft, lebt abwechselnd bei Freunden und Mäzenen.
Die Eindrücke der Kunststadt liefern ihm unzählige Motive für Gedichte, die in dem Band „Neue Gedichte“ veröffentlicht werden. Da- runter auch sein wohl bekanntestes Gedicht: „Der Panther“.
Gleichzeitig traumatisieren die Anonymität und Brutalität der Großstadt den Dichter, ähnlich wie vormals die Erlebnisse an der Militärschule. So stellt der gedankenlose Ablauf des Großstadtlebens später in seinem Roman „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“  ein wichtiges Motiv dar.
Wieder sind diese Jahre geprägt von unzähligen Reisen, v. a. nach Italien (Rom, Viareggio, Capri, Neapel), aber auch Spanien, Afrika, Dänemark und Schweden und häufigen Wohnungswechseln.
So verbringt er 1912 mehrere Monate auf Schloss Duino der Fürstin Maria von Thurn und Taxis, mit der ihn eine lebenslange Freundschaft verbindet. Der erste Teil der „Duineser Elegien“ entsteht auf ihrem Schloss an der Adria.

1914 – 18 Die Zeit des Ersten Weltkriegs
Am Höhepunkt seines Schaffens bricht der Krieg aus, der Rilkes Produktivität nach anfänglicher Begeisterung fast vollständig lahm legt: Rilke wird 1916 in den Dienst der österreichischen Armee eingezogen, wo er aber bereits nach einem Monat aufgrund seiner schlechten körperlichen Verfassung vom Felddienst ins Kriegsarchiv versetzt wird. 
Dort trifft er auf andere Schriftsteller, unter anderem Stefan Zweig, die Geschichten von Kriegsopfern zu kleinen Heldenepen hoch- stilisieren sollen. Aufgrund einflussreicher Freunde wird er noch im selben Jahr ent- lassen. Die Kriegswirren der folgenden Jahre und die anschließende Revolution rauben ihm die Muse für literarische Arbeiten.
Stattdessen beobachtet er aufmerksam die sich überschlagenden Ereignisse und beteiligt sich rege an der politischen Diskussion.  
Nach dem Zerfall des Habsburger Vielvölkerstaates erhält Rilke die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft samt Pass.

Der Getriebene fasst Fuß 1921-1926

Fester Wohnsitz in der Schweiz 1921
Nach einer Vortragsreihe in der Schweiz verlegt Rilke seinen Wohnsitz dorthin, ist aber weiterhin beinahe ständig auf Reisen.
Im Jahr 1921 wird er im Schweizer Kanton Wallis sesshaft: Er bezieht den Turm des Château de Muzot, ein Schloss aus dem 13. Jahrhundert in totaler Abgeschiedenheit, das ihm in seinen letzten Jahren tatsächlich zu einem Heim wird. 
Seine Kreativität kehrt zurück und der Arbeitseifer überkommt ihn in derartig heftigem Ausmaße, dass er in nur einem Monat alle 55 „Sonette an Orpheus“  und die letzten sechs  „Duineser Elegien“ verfasst.
Nach wie vor reist er gerne, aber Muzot ist für ihn zu einem Zuhause geworden.

Gesundheitsverschlechterung und letzte Reise 1925
Weitere Gedichte entstehen, aber seine Er- krankung an Leukämie zwingt ihn zu häufigen Sanatoriumsaufenthalten.  
1925 unternimmt Rilke seine letzte Reise nach Paris, seine Krankheit, die bis dato nicht dia- gnostiziert werden konnte, zwingt ihn jedoch bald zur Rückkehr in die Schweiz.
1926 Rilke stirbt
Während seines Aufenthaltes im Sanatorium von Valmont im Dezember 1926 stirbt Rilke am 29. Dezember infolge seiner Leukämieerkrankung.

Seinem Testament gemäß wird er an der Bergkirche von Raron (Schweiz) am 2.Januar 1927 bestattet.