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Rilke
Gedichte - Eine Auswahl
Topgedichte -
Auswahl chronologisch -
Gedichtbände
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Der
Panther
Lösch mir die Augen aus...
Wie
meine Träume nach dir schrein...
Liebes-Lied
Menschen bei Nacht
Ich fürcht mich so vor der Menschen...
Nenn ich dich Aufgang oder Untergang...
Wunderliches Wort...
Fremd ist, was deine Lippen sagen...
Der Gefangene
Ich möchte dir ein Liebes schenken...
Schlussstück
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CD-Tipp
Rilke-Gedichte.de
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Rilke Projekt Vol.1:
Bis An Alle Sterne
12
Künstler aus Musik und Film interpretieren Gedichte von
Rainer Maria Rilke. Mit Nina Hagen, Mario Adorf, Otto
Sander, Peter Maffay und vielen anderen. Eine poetische
Reise mit neu komponierter Musik.
alle
Buch-CD-Tipps |
Der
Panther
Im Jardin des Plantes, Paris
Sein
Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
auf
Rilke Projekt Vol.1
Lösch
mir die Augen aus...
Lösch
mir die Augen aus: ich kann dich sehn,
wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören,
und ohne Füße kann ich zu dir gehen,
und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.
Brich mir die Arme ab, ich fasse dich
mit meinem Herzen wie mit einer Hand,
halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,
und wirfst du in mein Hirn den Brand,
so werd ich dich auf meinem Blute tragen.
Wie
meine Träume nach dir schrein...
Wie
meine Träume nach dir schrein.
Wir sind uns mühsam fremd geworden,
jetzt will es mir die Seele morden,
dies arme, bange Einsamsein.
Kein Hoffen, das die Segel bauscht.
Nur diese weite, weiße Stille,
in die mein tatenloser Wille
in atemlosen Bangen lauscht.
Liebes-Lied
Wie
soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.
auf
Rilke Projekt Vol.1
Menschen
bei Nacht
Die
Nächte sind nicht für die Menge gemacht.
Von deinem Nachbar trennt dich die Nacht,
und du sollst ihn nicht suchen trotzdem.
Und machst du nachts deine Stube licht,
um Menschen zu schauen ins Angesicht,
so musst du bedenken: wem.
Die Menschen sind furchtbar vom Licht entstellt,
das von ihren Gesichtern träuft,
und haben sie nachts sich zusammengesellt,
so schaust du eine wankende Welt
durcheinandergehäuft.
Auf ihren Stirnen hat gelber Schein
alle Gedanken verdrängt,
in ihren Blicken flackert der Wein,
an ihren Händen hängt
die schwere Gebärde, mit der sie sich
bei ihren Gesprächen verstehn.
und dabei sagen sie: Ich
und Ich
und meinen: Irgendwen.
auf Rilke Projekt Vol.1
Ich
fürcht mich so vor der Menschen...
Ich
fürcht mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.
Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.
Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle Dinge um.
auf
Rilke Projekt Vol.1
als
"Die Dinge singen hör ich so gern"
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.Startseite
Buchtipp
Rilke-Gedichte.de
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Liebesgedichte
Rilkes Liebeslyrik äußert
sich oft in Verzweiflung und Klage
um ihre Nichterfüllung.
Für ihn lag das Wesen der Liebe nicht im gemeinsamen
Leben, "sondern darin, dass einer den anderen
zwingt, etwas zu werden, unendlich viel zu werden, das
Äußerste zu werden, wozu seine Kräfte reichen."
alle
Buch-CD-Tipps |
Nenn
ich dich Aufgang oder Untergang...
Nenn
ich dich Aufgang oder Untergang?
Denn manchmal bin ich vor dem Morgen bang
Und greife scheu nach seiner Rosen Röte –
Und ahne eine Angst in seiner Flöte
Vor Tagen, welche liedlos sind und lang.
Aber die Abende sind mild und mein,
von meinem Schauen sind sie still beschienen;
in meinen Armen schlafen Wälder ein –
und ich bin selbst das Klingen über ihnen,
und mit all dem Dunkel in den Violinen
verwandt durch all mein Dunkelsein.
auf
Rilke Projekt Vol.1
Wunderliches
Wort...
Wunderliches
Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? -
Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt -
Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.
Fremd
ist, was deine Lippen sagen...
Fremd ist,
was deine Lippen sagen,
fremd ist dein Haar, fremd ist dein Kleid,
fremd ist, was deine Augen fragen,
und auch aus unsern wilden Tagen
reicht nicht ein leises Wellenschlagen
an deine tiefe Seltsamkeit.
Du bist wie jene Bildgestalten,
die überm leeren Altarspind
noch immer ihre Hände falten,
noch immer alte Kränze halten,
noch immer leise Wunder walten –
wenn längst schon keine Wunder sind.
Der
Gefangene
I
Meine Hand hat nur noch eine
Gebärde, mit der sie verscheucht;
auf die alten Steine
fällt es aus Felsen feucht.
Ich höre nur dieses Klopfen
und mein Herz hält Schritt
mit dem Gehen der Tropfen
und vergeht damit.
Tropften sie doch schneller,
käme doch wieder ein Tier.
Irgendwo war es heller -.
Aber was wissen wir.
II
Denk dir, das was jetzt Himmel ist und Wind,
Luft deinem Mund und deinem Auge Helle,
das würde Stein bis um die kleine Stelle
an der dein Herz und deine Hände sind.
Und was jetzt in dir morgen heißt und dann
und: späterhin und nächstes Jahr und weiter
das würde wund in dir und voller Eiter
und schwäre nur und bräche nicht mehr an.
Und das was war, das wäre irre und
raste in dir herum, den lieben Mund
der niemals lachte, schäumend von Gelächter.
Und das was Gott war, wäre nur dein Wächter
und stopfte boshaft in das letzte Loch
ein schmutziges Auge. Und du lebtest doch.
Ich
möchte dir ein Liebes schenken...
Ich
möchte dir ein Liebes schenken,
das dich mir zur Vertrauten macht:
aus meinem Tag ein Deingedenken
und einen Traum aus meiner Nacht.
Mir ist, dass wir uns selig fänden
und dass du dann wie ein Geschmeid
mir lösest aus den müden Händen
die niebegehrte Zärtlichkeit.
Schlussstück
Der
Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
CD-Tipp
Rilke-Gedichte.de
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Rilke
Projekt Vol.3
Überfliessende Himmel
Diese CD vereint wieder zwölf prominente Schauspieler und
Sänger (Jürgen Prochnow, Vesselina Kasarova, Barbara Sukowa, Ben Becker, Sir Peter Ustinov, Hannelore
Elsner u.a. ) zur dritten Auflage des Rilke Projekts.
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